Das Volksbegehren Artenvielfalt „Rettet die Bienen“ in Bayern hat gezeigt: Veränderung ist möglich!

Die Ausgangssituation für das Volksbegehren:

  • 54% aller Bienen sind bedroht oder bereits ausgestorben!
  • 73% aller Tagfalter sind verschwunden!
  • über 75% aller Fluginsekten sind nicht mehr da!
  • in Bayern leben nur noch halb so viele Vögel wie vor 30 Jahren!

Mehr als 100.000 Unterschriften wurden zur Zulassung des Volksbegehrens gesammelt. Im Februar 2019 haben sich innerhalb von zwei Wochen knapp 1,8 Millionen wahlberechtigte Bürger in den Rathäusern Bayerns für eine Gesetzesänderung eingetragen.

Das Ergebnis: Bayern hat seit dem 01.08.2019 ein besseres Naturschutzgesetz!

Zu den größten Erfolgen zählen für den Trägerkreis die Einstellung von jeweils 50 Biodiversitätsberatern und 50 Wildlebensraumberatern, der Erhalt von 10% Naturwaldfläche als funktionsfähiges Netz von nutzungsfreien Wäldern und die Verpflichtung zu Gewässerrandstreifen und die Erhöhung des Biotopverbundes.

Das Volksbegehren Artenvielfalt hat gezeigt: Change is possible. It starts with us!

Können wir uns auf dem bayrischen Volksbegehren ausruhen?

Definitiv nicht, den neue dramatische Zahlen belegen einen Rückgang der Vielfalt von Gliederfüßern um circa ein Drittel in nur einem Jahrzehnt. Auch die Gesamtmasse der 2700 untersuchten Arten nahm ab, mit 67% besonders stark in Graslandschaften, wie der Spiegel am 30.10.2019 berichtete.

Die Europäische Bürgerinitiative „Bienen und Bauern retten!“ fordert von der Europäischen Kommission einen EU-weiten Ausstieg aus der Anwendung chemisch-syntetischer Pestizide und eine gesunde, kleinbäuerliche Landwirtschaft, die zum Erhalt der Artenvielfalt beiträgt. Im Detail:

1. synthetische Pestizide bis 2030 um 80 Prozent reduzieren.
Der Einsatz von synthetischen Pestiziden in der EU-Landwirtschaft soll schrittweise und bis 2030 um 80 Prozent reduziert werden. Dabei muss die Nutzung der gefährlichsten Stoffe zuerst beendet werden. Bis 2035 sollen die EU-Mitgliedstaaten komplett pestizidfrei werden.

2. die Artenvielfalt wiederherzustellen.
Natürliche Ökosysteme in landwirtschaftlich genutzten Gegenden sollen wiederhergestellt werden. Die Landwirtschaft soll eine Triebkraft für die Wiederherstellung von Biodiversität werden.

3. Bäuerinnen und Bauern bei den notwendigen Veränderungen unterstützen.
Eine Reform der Landwirtschaft, bei der Wert auf eine kleinteilige, vielfältige, und nachhaltige Landwirtschaft gelegt wird. Dadurch soll ein schneller Ausbau von agrarökologischer Praxis und ökologischem Landbau, eine unabhängige Weiterbildung durch Landwirt*innen und Forschung zu pestizid- und gentechnikfreiem Anbau gefördert werden.

Um erfolgreich zu sein, müssen bis September 2020 eine Millionen Unterschriften in Europa gesammelt werden. Unterschriftenlisten findet ihr auf der Webseite der Initiative „Save Bees and Farmers!“. Dort könnt ihr auch direkt unterschreiben.

Unser Engagement

Wir schaffen kleine Oasen, um Wildbienen und andere Insekten wieder anzusiedeln.
Die Bestäubungsleistung durch Bienen wird weltweit auf über 150 Milliarden Euro geschätzt. Rund 90% der Blütenpflanzen und drei Viertel unserer Nutzpflanzen sind auf eine Insektenbestäubung angewiesen. (Quelle: Andreas H. Segerer)
Wir möchten dazu einladen, den Garten oder Balkon mit blütenreichen Wildblumen naturnah zu gestalten. Mit ca. 930.000 Hektar Fläche haben Deutschlands Privatgärten ein großes Potential, viele artenreiche Lebensräume, Nahrung und Nistplätze zu schaffen.